Samstag, 15. Juni 2013

Vorbereitungs-Finale dahoam

Ich bin zwar kein Bayer, aber die Überschrift sei mir erlaubt, war es doch der letzte Vorbereitungswettkampf zwei Wochen vor dem Ironman - quasi ein Finale sozusagen ;-) Und der Formaufbau passt wie die Faust aufs Auge hätt ich gesagt. Allein wenn man als Beispiel den Lauf gestern in Weiz mit dem 10er im April in Gratwein vergleicht: die Voraussetzungen sind natürlich nicht die gleichen, aber zumindest mal ähnlich (jetzt mit der letzten sehr umfangsreichen Belastungswoche, damals mit dem Mallorca Trainingslager davor), das Ergebnis ist aber alles andere als ähnlich. Strecke weit anspruchsvoller, Zeit um zwei Minuten schneller...

gute Stimmung, gute Führungsfahrzeuge für Runde1
Der 10km Altstadtlauf in Weiz ist geprägt von einigen Höhenmetern und 90°-Kurven, die die Strecke nicht unbedingt zu den schnellsten machen, aber das ständige auf und ab und hin und her ist mir ohnehin lieber (siehe auch Stubenberg). Mehr als 200 Läufer standen beim Hauptlauf am Start, was bei 9 Runden zwar ein wenig Slalomlaufen zur Folge hatte - es wurden im Endeffekt 10,2km -, aber an dieser Stelle will ich mich auch gleich bei allen Läufern einerseits fürs Platz-machen und andererseits vorallem fürs anfeuern bedanken! Und bin ich auch schon beim nächsten Thema: die Stimmung - unglaublich genial!!! Echt jetzt - danke fürs ständige anfeuern, das peitscht einen weiter und immer weiter voran! Also nach 2km hab ich noch nicht wirklich daran geglaubt das hohe Anfangstempo ansatzweise durchhalten zu können...
by Gulli Schlemmer
Womits auch schon mit dem Rennverlauf weiter geht: Startschuss und schon warn sie weg, die beiden Kenianer! Einem Läufer werden folgende zahlen vielleicht genauso zum Staunen bringen wie mich: Der Ungar Bene Barnabas, Berndi Pöllabauer und meine Wenigkeit sind den ersten Kilometer laut meiner Uhr in einem 3:06er Schnitt gelaufen, aber trotzdem waren die pfeilschnellen Kerle nach 200-300 Meter schon sowas von weit weg - schier unglaublich! Dahinter durfte ich das Rennen 8km lang nach meinen Belieben gestalten, wobei ich bereits vor und vor allem dann während dem Rennen genau wusste, dass ich mit größter Wahrscheinlichkeit um nicht mehr als den 4. Platz kämpfen werde. Obwohl ich wie erwähnt 8km lang an 3. Stelle hinter den Enteilten lief, deutete ich das Schauspiel hinter und neben mir sehr genau... Der Ungar ließ sich bei Überrundungen und Engstellen immer wieder zurückfallen, war aber mit ein zwei schnellen Schritten wieder gaaanz locker neben mir, also wirklich locker! Bernd musste leider (oder Gott sei Dank ;-)) ob unsres Tempos nach 3km reißen lassen und als meine Uhr dann den mehrfach erwähnten Kilometerstand (8) einklingelte, war Bene mit kenianischem Tempo dahin, es muss eine Temposteigerung auf einen Schnitt nicht weit jenseits von 3:00 (wir sind davor so ca. 3:20 gelaufen) gewesen sein. Da ich mich mental aber schon einige Minuten auf diesen Moment vorbereitet habe und mich ob des Zeitpunktes meiner Ironmanvorbereitungen nicht vernichten wollte, lief ich unbehelligt meinen Stiefel weiter - bitte werft mir jetzt nicht mangelnden Kampfgeist vor, aber wenn man weiß, dass der Mann eine 29:19 auf 10km-Straße (Quelle: IAAF) stehn hat, wärs jetzt so ähnlich gewesen, als wenn man über nen 10m breiten Graben springen will, obwohl man beim Weitspringen in der Schule nie weit über 5m hinaus gekommen ist, wenn man mit ihm da mitgelaufen wär ;-)

Platz 3 war noch drin in der AK
Somit gings für mich dann mit 3:17er Schnitt (mit der wirklich gelaufenen Strecke) in einer 33:28 als 4. mit Rückständen von 15 Sekunden auf Bene, 1:08 auf den zweiten Kenianer und genau 3 Minuten auf den Sieger über die Ziellinie, den Bezirkslaufcupdominator Bernd Pöllabauer konnte ich um 1:17 schlagen.

Danke für alle Gratulationen und Anerkennung der Leistung in einer Randsportart!

Beim Long-Run heute Vormittag mit einem 5:18/km-Schnitt (ja, so trainier ich) hatte ich dann viel Zeit, um über die Vorbereitungen nachzudenken und musste feststellen, dass diese eigentlich kaum besser hätten laufen können - ein, zwei Kleinigkeiten werden immer dazwischenkommen, alles andere wäre ja schier unmenschlich! Das so genannte "Herumeiern" mit einem 23, 24 km/h Schnitt beim Radeln und jenseits der 5min beim Laufen hat zu perfekt geplanten Zeitpunkten durch Coach Heinrich (sehr viel auch gemeinsam mit ihm, Philipp Reiner & Co) haben schon seinen Sinn und genau darauf kann man jetzt in der heißen Phase aufbauen!

Aber um jetzt nicht im Rückblick-Modus einzuschlafen und zu stagnieren: In den nächsten zwei Wochen wird aber schon noch ordentlich und nicht zu wenig trainiert, um noch perfekter vorbereitet in den Wörtherteich zu springen :-)    

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