Sonntag, 11. August 2013

Mein Kampf an der tschechischen Grenz


Mitteldistanz-Staatsmeisterschaften beim Waldviertler Eisenmann: "Satz mit X... das war wohl niX!", so meine Gedanken nach der ersten Schwimmrunde, nach der ich bereits ohne Gefühl in den Beinen aussteigen wollte. Aber fertig geschwommen samma immer noch, also nach der zweiten Schwimmrunde noch - am ganzen Körper unterkühlt - in die Wechselzone laufen und das ganze Klump zum heimfahrn holen - Platz hatte ich ja, die Räder warn schon alle weg ;-) Weils aber sowieso noch zum ausradeln gewesen wär, fahr ma doch noch schnell raus - muss i net so weit zum Auto gehn. Und so geschahs, dass es mir wieder warm wurde, ich schnell fertig radelte, beim Laufen einen super Schritt fand, mich sicherheitshalber zwischendurch einige Male meines Mageninhalts (Gels san ja eh nur Gift ;-)) entledigte, finishte und ein recht gutes Rennen dabei rausschaute.. But from the beginning:

Herrensee in Litschau 23,6° Celsius, der Nikolaus kommt zu Ostern, die Erde ist eine Scheibe und in Weiz bauens ein Hallenbad... Sachen die einfach nicht zusammenpassen. Wer meine Jammerei nicht lesen will sollte einfach folgenden Absatz überspringen und weiter unten weiterlesen ;-)

Die Kralle2 am linken Bildrand
JammerJammerJammer-Beginn ---- Die Seetemperatur wurde gestern anscheiend in einer sonnenerwärmten Lacke am Straßenrand gemessen. Leider scheints bei mir seit dem Linztriathlon traurige Realität zu sein, dass ich Kälte nicht mehr so leicht vertrage. Im April auf Mallorca im Meer schwimmen war zb. noch ein Problem, aber seit Mai (Anm.: Bin mit einer dezenten Unterkühlung bei der Halbdistanz in Linz im Rettungswagen gelandet) hats mich irgendwie ein bisschen, wenn das Wasser zu kalt ist. Und so ergab das eine das andere und es kam wie es kommen musste: Kalte Außertemperatur am Vormittag nach einer Regennacht, Seetemperatur recht frisch (ca. 20, 21°), Neoverbot und wieder mal leicht unterkühlt! Beim Start noch gut weggekommen, fühlten sich die Oberschenkel nach 400m schon ganz flau an, Zehen waren zu dem Zeitpunkt eh schon keine mehr da ;-) Irgendwie bekam ich keinen Zug mehr zusammen und paddelte so vor mich hin, der Biss fehlte irgendwie. Sogar eine nach der Schlägerei am Start mit Wasser vollgelaufene Schwimmbrille, was ich ansich überhaupt nicht mag, war mir dezent wurscht... ich wollte einfach raus aus dem Wasser - Spaß macht was anderes. Wenigstens war der See a bissl grauslich, dass man keine Fische sehn konnte ;-) Aber wie erwähnt ging ich noch die zweite Runde der 2,3km an, in der ich mich irgendwann leider erstmals aufgrund eines ersten Hustenanfalls (weil mir so kalt war) oral meines Gels entledigte, welches ich vor dem Start genommen hatte. Leider kamen dann noch Kreuzbeschwerden dazu, die mich so weit brachten, dass ich mich beim Schwimmausstieg am Geländer in eine aufrechte Position ziehen musste ;-) Eine kleine Selbstmassage und ein bisschen fluchen nebenbei verschafften Abhilfe beim Laufen in die Wechselzone. Platz hatte ich genug, alle Favouritenräder um meine Nummer 14 herum waren schon irgendwo an der Tschechischen Grenze unterwegs (Anm.: Litschau - nördlicher in Österreich gibts nun wirklich nix mehr). Schlecht, schwindlig und zitternd packte ich mein Rad und versuchte mich irgendwie draufzusetzen - war schon a bissl a Challenge zumal es bergauf wegging (sehr aufmunternde Worte von Kati am Streckenrand bestätigten das: "Guat schaust net aus" :-)). Alle zuvor mit Heinrich besprochenen Renntaktiken habe ich sowieso schon über den Haufen geworfen, ich gab einfach vollgas damits mir wieder warm wird. Platz hatte ich ja genug, aufgrund meines Schwindels und weil ich mir schwer tat meine wässrigen Augen offen zu halten, sah ich die Straße eh doppelt ;-) ---- JammerJammerJammer-Ende

Dann kam die Sonne heraus und es ging aufwärts mit mir :-) Mir wurde warm und ich konnte nach 10, 15km endlich wieder sicher mein Rad steuern und hatte nicht mehr Angst einfach umzufallen. Erstmals Zeit sich Gedanken über das Katatstrophenschwimmen zu mach und etwas zu Resümieren. Mehr als 7 Minuten habe ich auf den schnellsten Philipp Podsidlik (der sich angeblich in der Form seines Lebens befindet) verloren und stieg als 47. aus dem Wasser. Einsames Radfahren - was Weggefährten betrifft - stand in der österreichisch-tschechischen Pampa auf dem Programm. Vorbei an einigen Seen, mitten durch Urwälder, ein paar Traktoren überholend, vor Golfbällen in Haugschlag duckend und einfach mal maximale Wattzahlen drückend versuchte ich mich nach vorne zu kämpfen. In der dritten Runde konnte ich auf Christophe Sauseng auffahren, mit dem ich mich schon dezent angeschlagen in die Wechselzone pushen konnte. Mittlerweile als 9. :-) Einen Schnitt knapp über 37km/h kann man auf dieser 85km langen, hügeligen Strecke (1140hm), mit vielen unübersichtlichen Kurven und schlechten Straßen schon stehen lassen.

Ab in die Laufschuhe und 4 Traumrunden um den See - Geländelauf mit 200hm, oh yeah! Wie für mich auf den Leib geschneidert! Die ersten 12 km liefen wie aus einem Guss. (Kati machte wieder alles Gut: "Du schaust weit besser aus als die vor dir!" ;-))Nur leider hatte ich mein dauerndes Husten seit dem Schwimmen noch nicht ganz in den Griff bekommen und es kam zu einem weitern - vor allem mentalen Höhepunkt des Rennens - auf guat steirisch: "Es hot mi wie sau greckt und i hob mol anfoch sou ummigspiebn" Grauslich wars das Gel der letzten Labe raufzuhusten ohne das Flüssigkeit mitkommt. Gut dass ich den Blog gerade jetzt Sonntag-Mittag schreib: Mahlzeit meine Lieben ;-) Bisschen ordinär muss ich auch mal wieder schreiben zwischendurch :-)
Das wars jetzt, dachte ich wieder mal zwischendurch... in die andere Richtung ists kürzer zum Autoparkplatz... Aber dann kam nochmal was nach, der Magen schien leer zu sein und auf einmal gings wieder... Ich mein ich geb jetzt ganz ehrlich zu - es ist ein wenig jammern auf sehr hohem Niveau... meine langsamsten Kilometer waren gestern 5:09min/km und 4:45min/km ... gibt schlimmeres wenn man an Klafu denkt ;-) Dann schaffte ichs mich wieder zu erholen und in der 4. Runde liefs dann wieder ganz gut. Der Halbmarathon war in 1:26h abgespult, dann gabs noch ein Paar Ehrenmeter ehe ich - leider auf den letzten 300m wieder von Magenkrämpfen geplagt - mit der 5. Laufzeit und 1:31h über die Ziellinie lief. Ein hoch auf den Kampfgeist, den ich anscheinend wieder gefunden habe. :-)

Wie man vielleicht heraushört bin ich ja mit meinem Rennen nicht wirklich zufrieden, aber wichtig ist der 12. Oktober :-) Die Vorbereitungsphase dorthin hat ja gerade erst begonnen bzw. wurde nach Klagenfurt jetzt fortgesetzt, da darf ich mir noch nicht erwarten bereits Bäume ausreißen zu können. Aber ich glaube mit einem 6. Rang in der Staatsmeisterschaftswertungen hinter den Namen Niederreiter, Birngruber, Swoboda, Podsidlik und Wihlidal darf ich schon ganz zufrieden sein! In der Altersklasse EliteI (23-29) bedeutet das die Silbermedaillie. Und wenn ich mein Durchhaltevermögen von gestern hernehm, glänzt die eigentlich auch wie Gold :-) 

Ergebnis Gesamt >>
Ergebnis Staatsmeisterschaft >>

Nächste Station Richtung Hawaii wird der Xentis Triathlon in Piberstein sein, bevor es im September zum Ironman70.3 Luxemburg geht. Würd mich freuen mit einigen von euch in Piberstein an der Startlinie stehen zu dürfen! Gibt übrigens ein cooles Angebot von Giro - guckst du hier >>
Hab den Giro Mele Tri vor einer Woche bekommen und ihn gestern das erste Mal im Wettkampf gefahren - Ergebnis: Ausgezeichnet!!! :-)  Also wer sowieso einen neuen Schuh braucht - ein anderer sollts nicht sein!