Montag, 9. Juni 2014

Die Suche nach der Luft an der Burg ...

http://www.christophschlagbauer.com/2014/06/die-suche-nach-der-luft-der-burg.html
... endete mit Rang 3. Wenn schon nicht der Anblick der aus den Felsmauern herausragenden Burg Riegersburg zu Gedanken an vergangene Jahrhunderte anregt, dann wohl zumindest der abschließende Lauf des Vulkanlandtriathlons: Dort wurde jedem Athleten ansatzweise zu Gemüte geführt, warum weder Ungarn noch Türken jemals die Burg erobern konnten - Vor dem Bericht schon mal ein Dankeschön für die Laufstreckenwahl an den Veranstalter, 120hm auf 5km sieht man nicht bei jedem Sprint!

Da das Highlight Laufstrecke in der Chronologie eines Triathlons üblicherweise erst gegen Ende folgt, beginn ich ganz kausal mit dem ersten Highlight:
Mein Schwimmstart: "Oh mein Gott! Schwimm ich da grad wirklich als erstes?! Neeeeein... ich bin sicher in die falsche Richtung
Ganz vorne: Ich?! Ja wirklich, dank guter Startposition (M. Reichstam)
weggeschwommen, gibt's doch nicht - links keiner und rechts keiner! Ah, halt stop... da tappst ja wer an meinen Füßen... Herst, gibt's des ich komm als erster zur ersten Boje?! Naaa ... Doch!!!"
Najo, im Endeffekt hab ich glaub ich zu viel drüber nachgedacht, dass ich da wirklich als erster dahinschwimm, sodass ich "nur" auf gleicher Höhe mit Flo Kriegl zur ersten Boje kam ... soweit so gut, ich ordnete mich in die erste Gruppe ein - Rainer Prüller an mir vorbei, der Italiener Riccardo Sterni, Norbert Domnik, usw.  an mir vorbei und schon war ich am Ende der ersten von zweieinhalb Runden am Ende der ersten Gruppe angekommen und gründete im nächsten Moment - wie so oft - die zweite Gruppe. Den Abstand konnte ich mit ca. 40sec. auf die Spitze in Grenzen halten.

Kleiner Einschub zum erwähnten Riccardo Sterni, den kein Mensch kennt... Läuft 10km laut Google in 29 Minuten und stieg beim Bewerb als schnellster Schwimmer aus dem Wasser. Davor hatte ich neben ihn eingeparkt und sah wie er ein altes Stahlrad ohne Aufleger aus dem Auto holte, zudem hatte er keinen Helm dabei und ich borgte ihm meinen zweiten ;-) Im Endeffekt wurde er "nur 9., aber den sollte man bei windschattenfreien Rennen im Auge haben, wohnt anscheinend momentan in der Steiermark und will die Lauf- und Triathlonszene ein wenig kennenlernen - was er mit einem fulminanten Streckenrekord bei einem Berglauf im Bezirk Weiz vor 3 Wochen auch schon getan hat.

Ach ja, mein Rennen - nach dieser kleinen Nebenanekdote: Radfahren, oder der Dümmere fährt vorn. Ca. 10km benötigte ich um alleine an die 4-köpfige Spitzengruppe im Flachen heranzukommen - Die Wattwerte stimmten anfangs zwar, jedoch hatte ich aufgrund meines Halskratzen, das ich leider immer noch nicht ganz los bin, gröbere Probleme mich von Schwimmen und Wechselzone zu erholen und schnappte immerzu nach Frischluft - ich musste auf Half-Ironman-Tempo zurückschalten.
Selbiges Unternehmen startete Flo Kriegl etwa 20 Sekunden vor mir. Auch einige Augenblicke vor mir, hatte er diese Aufgabe gemeistert und setzte sich ohne Zögern an die Spitze, was eine Tempoverschärfung bedeutete. Radfahrerstolz - und ich machte es kurz darauf nicht anders: An der Gruppe dran und gleich ganz nach vorne, wo ich die nächsten ca. 8km fuhr - im Windschatten fahren, da habe ich nichts vom harten Training. Selbiges dachte sich auch Flo und ließ an die 20m Abstand. Dahinter sehr fair Norbert Dürauer und dahinter fuhr auch Norbert Domnik.
Dann gings an die Wand von Schützing und die schlauen Füchse gaben Gas: Dürauer und Domnik, die sich beide auf die Kurzdistanz EM in Kitzbühel in zwei Wochen vorbereiten attackierten: Während ich das Tempo des Olympiastarters von 2004 mitgehen konnte, entfläuchte der ehemalige Radfahrer Dürauer scheinbar mühelos - mir fehlte die Spritzigkeit da mithalten zu können, wohingegen ich mein Tempo wahrscheinlich noch 10km weiter bergauf hätte fahren können - keuchend und nach Luft schnappend musste ich dann über die Wellen nach dem Anstieg hinaus auch noch ein Loch auf Domnik zufahren (bei der Zotter Schoki-Fabrik vorbeifahren geht goooor niit, gut dass er eh zuhatte :-)), was zwar schnell gelang, aber mir aber schon einen kleinen Schauer über den Rücken laufen lies, wenn ich an das laufen dachte - bei höherer Belastung war nicht nur der Hals trocken und kratzig sondern mir wurde auch schlecht - Danke Gel!... WasserWasserWasser!!! Noch nie habe ich eine ganze Flasche auf 25km getrunken. Die restlichen Kilometer gings natürlich wieder im Wind in die Wechselzone. (Anm. Prüller und später auch Kriegl erwischten wie einige andere an diesem Tag kein gutes Rennen und mussten es vorzeitig beenden)

Der "flache", der beiden Anstiege
(vulkanlandtriathlon.at)
Mit dieser Anmerkung waren die ersten drei Ränge fix vergeben - dahinter klaffte eine riesen Lücke zu den Plätzen. Die Abgebrühtheit eines in der M50 startenden Kurzdistanzlers wurde mir dann wenige Kilometer nach der Wechselzone ganz klar vor Augen geführt ... Nicht mehr am Rad übernahm er gleich die Spitze und war bald auf und davon (und gewann am Schluss das Rennen)! Auch an den anderen Norbert kam ich nicht mehr heran, womit ich auf dem dritten Platz einzementiert versuchte, das Rennen ohne akute Atemnot und ohne mich zu übergeben in zügigem Tempo zu beenden versuchte. "Gschnauft hob i laut" ;-) Gratulation an die beiden!

Resumé: Rein taktisch war das Rennen natürlich klar als Training angelegt, sonst dürfte ich nie so fahren. Der Weg zum Ironman 70.3 Luxemburg stimmt, es war einmal ein Test, ob ich mich nach meiner Verkühlung schon wieder voll belasten kann - mit der Antwort: JA. Bin heute voll fit schon wieder 5h-easy gefahren - besser beinand als gestern in der Früh. Der Ironman 70.3 Luxemburg in 12 Tagen kann kommen. Das Tempo hab ich schon mal geübt - ca. 300 Watt beim Radeln und konstant und gleichmäßiges Tempo beim Laufen! Aja... und beim Schwimmen nicht als Erster bei der ersten Boje sein ;-)
Das Podium bei Damen und Herren
Heute war bei den 2700hm am Rad die Klima leider defekt:
Also versuchte ich es mit der Hundetaktik: Zuge raus :-)