Dienstag, 12. August 2014

Ich bin Ironman 70.3 Finisher 2014 - Bericht zur EM

http://www.christophschlagbauer.com/2014/08/ich-bin-ironman-703-finisher-2014.html
In Anlehnung an meinen Facebook-Status - "Aus dem Tal der mallorquinischen, niederösterreichischen sowie mosel'schn Tränen gings heute quasi über die Freudenwellen des Taunusgebirge bei Wiesbaden! Mit Rang 17 im vor allem mit starken Kurzdistanzlern besetzten Profifeld bei der EM stellt mich mehr als zufrieden." - gibt's auch den Blog Titel - endlich Start und Finish :-) Und wenn man im Nachhinein gesehen noch betrachtet, dass zwei Athleten vor mir Australier waren, kann ich im Blog jetzt sogar von einem 15. Platz unter den Europäern berichten - Traumziel Top 15 erreicht!
Schon auf der Radstrecke viele Zuschauer in den Orten by Melchior
Zu Beginn die Frage: "Was haben wir Triathleten mehr als Fußballer bei der EM?" Naja... Preisgeld ist es in der Ironmanserie mal definitiv nicht - bei weitem nicht und nicht einmal ansatzweise und noch mehr nichts auf einmal (15.000$ für Bart Arnouts - dafür geht ein Cristiano Ronaldo nicht mal zu einer Trainingseinheit und der ist nicht mal Europameister). Aber zumindest mal Zuseher haben wir mehr: 120.000 Leute sorgten vor allem ums Zielgelände am Kurhaus in Wiesbaden für eine lässige Stimmung und unterstützten die Topleistungen aller Athleten!

Nach den 1,9km Schwimmen standen 1500hm auf den 91km am Rad im Taunus-Gebirge (oder für uns Österreicher, im Taunus-Hügelland) und ein für einen leidenschaftlichen Geländeläufer lässiger und gar nicht so unanspruchsvoller Halbmarathon auf teilweise schottrig-losem Untergrund an.
Am Tag vor dem Rennen hab ich auch meinen neuen Sailfish G-Range Neoprenanzug in einer kurzen Trainingseinheit einweihen können, der mich "Nicht-Schwimmer" dann am Renntag bestens durch den Raunheimer Flugzeugsee (direkt im Wald bei Start- und Landebahne des Frankfurter Flughafens gelegen) schleuste. Ich versuchte eher schonend zu schwimmen, da bei mir schnell schwimmen unökonomisch und dadurch kaum schneller aber umso kräfteraubender ist - kommt noch :-) mit Training und Übung! Mit knapp über 5 Minuten Rückstand gings auf die von der Nacht noch regennasse Radstrecke - hier alles in Bildern zusammengefasst:

Landgang nach der Häfte by Marc Melchior



Schwimmaustieg by Getty Images
WZ 1 by Marc Melchior

Aeropostion by Frank Ferring
Damit ging's ansatzweise relaxed auf die Radstrecke - Wobei es der Lauf vom Wasser in die Wechselzone in sich hatte - bergauf in tiefem Sand!
Ich hatte mir nach dem Trumer Triathlon, wo ich von Anfang weg Gas gegeben habe auf dem Rad-Part, vorgenommen ein wenig zu dosieren, um beim Laufen nicht allzu viel auf die Spitze zu verlieren. Hahaha - Ja richtig erraten, in Wahrheit hab ich mich als ich mir das vorgenommen hab eh selbst ausgelacht :-) Aber die ersten 7, 8km hab ich's wirklich in die Tat umgesetzt, doch dann fuhr der Deutsche Fabian Rahn in einem Anstieg von hinten auf mich auf und auf dem Wattmesser leuchtete wieder die 400er Marke auf - ob das mal gut geht, egal - mitgegangen wird. In den Bergauf-Passagen wurde dann von ihm immer wieder Druck gemacht, bis ich dann über die Kuppe und Bergab vorging weil ich da gewohnter Weise versuche immer noch zu steigern
Mein Freund der WK-Richter bei meinen
Mitstreitern hinten by Marcel Hilger
(taktisch gescheit? - na! Aber fürs Ego ;-) ) Im Flachen wars immer gut im Wechsel - Aber lang ging das eh nicht gut - nachdem ich dann schon einiges mehr hinten gefahren bin lies ich ihn bei einem Anstieg bei ca. bei km 75 ziehen. Der nette Wettkampfrichter, der uns bei unserer Aufholjagd durchgehend begleitete, redet anscheinend gar nicht so gern mit Athleten... auf die Frage wie viel Abstand ich da immer fahre (wie soll ich bitte Meter selbst einschätzen), stellte er sich als gar nicht so nett heraus und meinte: "Du bist Profi, das wirst wohl selber wissen." Nach dem dritten mal Nachfragen endlich: "Ja gut: So 15 - 20m herum" ... Wäre also im Nachhinein auch kraftsparender gegangen, aber mein Gewissen dankts :-) Hinter uns wurden Einige rausgepfiffen, also die WK-Richter waren zumindest bei den Profis sehr genau - auch im Anstieg 10m!
By the Way - bei der berüchtigten Abfahrt Richtung WZ2 war Gegenwind - Also sind sich zumindest bei meinen 70kg nicht weit über 80-85km/h Highspeed ausgegangen, nachdem ja in den Jahren davor von Athleten die 100er geknackt wurde.
Im Endeffekt hab ich auf den Europameister, der sich am Rad abgesetzt hat, schon einiges an Zeit verloren - 7 Minuten -
Obwohls Bild verzerrt isr der Abstand
denk ich zu sehen by Melchior
aber mit meinen 2h29min hab ich gerade mal 1 bis höchstens 2 Minuten auf die Gruppe(n) dahinter verloren, da freut man sich schon auf die nächsten Rennen. Und das coolste, ich war noch gut drauf für die 21km per pedes!


Rad weg und rein in die WZ2 by Getty Images
Rauslaufen war wie auch schon 2012, wo ich mir den Vize-Europameistertitel in der M18 holte, Hammer! Einerseits die vielen Zuschauer bei der WZ2 sowie dann beim Zielgelände und andererseits ist man davor 7km bergab gefahren und man konnte die Beine ein bisschen locker spinnen.

Und wieder Raus aus der WZ2 by Getty Images
Was motivierte mich dann noch?! Nachdem ich Christoph Lorber bereits auf der Radstrecke überholt hatte (er hatte leider auch Probleme mit seiner Kette), hörte ich durch den Sprecher, dass ich nur wenige Sekunden hinter dem besten Österreicher Paul Reitmayr lag. Zudem Zeitpunkt versuchte ich aber dann weder schnell die Lücke auf einen von der Kurzdistanz kommenden Athleten zu schließen (Anm: dort ist's wichtig und entscheidend für ein Rennen den 10km Lauf verdammt schnell anzulaufen), noch ahnte ich überhaupt, dass ich ansatzweise sein Tempo laufen könnte. Ansonsten waren die Plätze recht eingefrohren - ich wurde von zwei Pros überholt und ich überholte mit meinen 1:20:41 meinerseits einen. Auf Paul holte ich zu Beginn einen wenig auf, da er sich vom Fauxpas seine Gel-Flasche am Rad verloren zu haben erholen musste, lief den Halbmarathon im Endeffekt dann um 40 Sekunden langsamer und kam ein, zwei Minuten hinter ihm ins Ziel! Auf die Top10 fehlten nicht mal 5 Minuten! Zum Thema 5 Minuten - das ist auch wieder das, was ich auf Bart Arnouts verloren hab: 3 Schwimmminuten + 7 Radminuten + 5 Laufminuten also 15 Minuten und mit einer Zeit von 4:21 knapp über 6% Rückstand! 2012 warens bei ähnlicher Siegerzeit noch über 11% (In Zeiten so ca. 10 Minuten, die ich vor allem beim Radeln schneller war).
TO BE CONTINUED! :-)

KM 11 by Eric Rosant
Zieleinlauf by Marcel Hilger


Yeahhh! by Corinne Deriot



















Natürlich alles gegeben by Getty Images





Das macht nach meiner Seuchensaison (zumindest aus Ironman-Sicht, sonst wars ja sehr OK) bis jetzt viel Hoffnung auf mehr - weitergeplant wird diese Woche: Fix is der Ironman 70.3 Zell in 3 Wochen. Aus meinem spontanen Experiment davor noch 70.3 Budapest zu starten (eine Woche davor) wird nix, da der Veranstalter die Pro-Anmeldung schon geschlossen hat. (Vor der Age-Group Anmeldung - gibt's auch schaut aus - aber klar, ich bring kein Geld)
So gibt's nächste Woche wieder Xentis-Triathlon!

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