Dienstag, 2. September 2014

Durst macht aus Wasser Wein - Juhuuu es regnet Wein!

http://www.christophschlagbauer.com/2014/09/durst-macht-aus-wasser-wein-juhuuu-es.html
Auf das in der Überschrift genannte Sprichwort gehe ich später ein, davor wandle ich ein anderes etwas ab: Es gibt Tage da verliert man, und es gibt Tage, da tut's verlieren weh auch noch. Aber um die Worte jetzt nicht im falschen Licht erscheinen zu lassen – Der Ironman 70.3 Zell/See war ein echt cooles Rennen und auch mit dem Ergebnis sollte ich nicht - und bin ich nach dem bisherigen Saisonverlauf mit Virus und den vielen Rennen innerhalb kurzer Zeit auch nicht – unzufrieden sein. Was hab ich auf dem Weg zum 14. Rang bei den Pro's richtig und was hab ich dorthin falsch gemacht – lest es in folgenden von Bildern untermalten Zeilen...

by Triaguide
Die Taktik und somit auch die Devise vor dem Rennen war ganz klar: Am Beginn nicht zu viel verlieren – und dann VOLLGAS!

Fail#1: Am Beginn nicht zu viel verlieren ging mal dezent bis voll in die Hose! Nette Vergleichswerte zu Wiesbaden... Auf Manuel Küng und Paul Reitmayr hatte ich dort zwar schon viel Rückstand, im Salzburgerland durfte ich aber mit noch einer größeren Packung aus dem eiskalten Zeller See steigen... Fast eine Minute hatte ich auf die beiden mehr verloren als im Rheinland.



by Lisa Edlinger
Fail#2: Anscheinend ist Tartan in meinem Hirnkasterl ganz eng mit Laktat verknüpft. Der Lauf in die Wechselzone im Leichtathletikstadion glich einem 200m-Intervall und es viel mir fast schon schwer beim ausziehen des Neoprens nicht umzufallen.

Safe#1: Das Anziehen meines Cocoon-Floom CP Radtrikots über den nassen Einteiler sollte sich auf den 90 folgenden Kilometer als absoluter Goldgriff herausstellen - Perfetto!

Fail#3: Schnell auf dem Rad anzufahren, bevor ich den 13km langen Anstieg ab km21 hinaufknallen wollte, ist mir leider nicht gelungen. Ich verlor einsam und alleine durchs Salzachtal mehr an Boden als mir lieb war und der 
by Lisa Edlinger
Rückstand zum Beispiel auf den besten Österreicher Dani Niederreiter betrug schon 6einhalb Minuten, im Nachhinein gesehen - im Rennen wusste ich nur, wenn ich nach diesem Start jetzt nicht voll auf den 1280m hohen "Fülznsodl ba Diantn" rauffahr, ist's vorbei mit den Top10.

Safe#2: Am Berg ging's vor allem unten rein sehr gut. Volle Attacke für die ich leider den letzten Kilometer zum Pass etwas büßen musste... nichts desto trotz bin ich mit einer niedrigen 34er Zeit rauf immerhin auf Jan Raphael aufgefahren (der laut seinen Worten nach einer Verletzung alles andere als
förmig ist -frei übersetzt aus dem Neuhochdeutschen) - Nach den ersten beiden Kurven hab ich mich umgedreht, ob er nicht schneller fahren wolle als ich, da war er aber schon abgerissen und hinter mir schon nicht mehr zu sehen.




by Lisa Edlinger
Safe#3: KM35 - KM77 ... Nach der Analyse der Zeiten hab ich außer Marino nicht so wirklich jemanden gefunden, der Abfahrt samt dem abschüssigem Teil über Saalfelden und Zell nach Kaprun schneller gefahren ist - nur der Deutsche Matthias Knossalla, der noch einige Minuten hinter mir fuhr! Also mal schnell umbenennen in SuperSafe#3: nach dem Rauffetzen auf den Anstieg, weiter aufholen auf alle vor mir (außer - ich nenn ihn mal - "Mr. Moped mit Ketten" - Bink Vanhoenacker am Rad) Respekt vor den 2:11 auf dieser Strecke, genial! Auch die letzten 13km waren noch super und ich verlor nichts, womits als Gesamt 9. runter vom Rad ging, 3einhalb Minuten hinter dem besten Österreicher (leider hat Dani einen schlechten Tag am Rad beim Heimrennen erwischt) - wobei ich schön langsam auf die Überschrift zu sprechen kommen muss...



Fail#4: Wenn's am Rad auf den letzten 15km so schüttet, dasst dir die Frage 

by Michael Rauschdorfer
stellst "Gibt's Aquaplaning auch bei Radfahrern?!", muss man sich eigentlich schon auf gut steirisch gesagt "söltn deppat" anstellen, dass ein mögliches Top10 Ergebnis am Wassermangel im Körper scheitert. Tjooo, nach dem Motto "Ma muass olles Mol ausprobiert hom im Lebn" hab ich's voll durchzogen: Labestation bei KM55 - Alte Flasche wie gewohnt mit einem zielgerichteten Wurf dank Tempoüberschuss ganz elegant weit über die Littering-Box geschleudert und fast an Volunteer ausgeknockt, die neue Mineralwasserflasche griffsicher gepackt und auch in den Flaschenhalter gesteckt - schwupsdiwups... weg wor's. Unten durchrausgeflutscht das Schwein. Naja, die paar Kilometer bis zur nächsten Labe wird's schon mit der Gel-Flasche alleine (waren ja uach immerhin 100ml Wasser dabei zwecks da Liquidität) auch gehen ... aaaaaaber es folgte ....
by Lisa Edlinger





Fail#5: @Labestation KM70 - bis zum Flaschenfassen alles soweit so gut, doch dann kam direkt nach der Labe die 
Wende: Schnell die Flasche in den Mund, um eventuell doch vor den 180° noch zu bremsen und mit beiden Händen zu lenken -
Bodenwelle - schwupsdiwupps, auch die nächste Flasche futsch. In der Folge hieß es wertvolles Regenwasser mit weit aufgerissenem Mund und hinausgestreckter Zunge aufzufangen.  



by Triaguide


Save#4: Die letzten 5km hab ich endlich einen belgischen Begleiter aufgegabelt, der mir sogar zwei Mal die Führungsarbeit für a paar Meter abgenommen hat ... 10m Abstand und es fahrt sich fast von allein - so kommt's einen vor nach 85km Einsamkeit - Da kommtst zum Rearn wennst dran denkst mit wie viel frischeren Beinen, dasst als guter Schwimmer zum Laufen kommen könntest.


Fail#6: Man soll nicht damit prahlen wie schnell man gefahren ist - und man nochdazu schneller war als andere, wenn man im Gegensatz zu ihnen unfähig ist sich bei All-Inclusive-Energy-Stations-ála-Ironman zu bedienen. :-)


by Lisa Edlinger


Save#5: Ich habs geschafft auf den ersten 2 Laufkilometern stärker zu sein, als das dringende Verlangen mich bei jeder Wasserlacke hinzuknien und wie ein Kamel rauszusaufen oder gar gleich in den Zeller See zu springen. Dann war ich endlich bei der Labe.


Fail#7: Grob zusammengefasst, der Rest des Rennens eigentlich... Bei der ersten Labe hab ich dann im Vorbeilaufen wohl ein paar Schluck genommen, aber daran, dass mein Körper die zuvor beim Radeln genommenen Gels ohne Wasser nicht verarbeiten konnte hat sich nichts geändert (keine Gels hätten wohl einen Hungerast zu Folge gehabt) "Greckt hots mi dass i auf olle viare dahigrallt bin und trotzdem is nix auffakemma" - beginnende Kämpfe - die längsten 500m bis zur Labe folgten: Viiiiiiel Wasser und vieeeeeel Cola und ich konnte das Rennen mit einer Stunde durchgehendem Seitenstechen nach einem 1:32er Halbmarathon finishen - Danke liebe Fans an der Strecke, ich habts mich wirklich noch ins Ziel getragen, geschleppt, geschliffen oder sonst was - echt cool bei dem Sch***Wetter so fieberhaft anfeuernde Leute um sich zu haben!

by Lisa Edlinger



Profirang 14 und Gesamtrang 31 ist's geworden (aber nach dem 130. Schwimmrang.. ;-) passt des).
Resumée der WM-Radstrecke: Cool, dass ein Berg drin ist, aber außer den 13km da rauf geht's ohne extrem viele Wettkampfrichter nächstes Jahr bestimmt nicht, ohne wieder Bilder á la Hawaii 2013 zu sehen, die eher an einen Radmarathon erinnern.


by Triaguide



What's up next?! Ironman Mallorca am 27. September und bis dahin mal nichts. Beim Halbmarathon hab ich festgestellt, dass ich vielleicht doch mal eine "Rennpause" brauche, die eigentlich ja gar keine ist. T-25Tage.
Danach gibt's noch eine kleine Reise zu zwei großen Rennen auf einem anderen Kontinent - aber welcher es genau wird, ist noch in
Planung (vielleicht wird's der rote oder doch wieder der auf der anderen Seite des Atlantiks)





by Julia Bokesch



by Trinews
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