Samstag, 16. Mai 2015

Leistungsdaten aus dem Training

http://www.christophschlagbauer.com/2015/05/die-letzten-einheiten-vor-dem-ironman.html#more
Die letzten Einheiten vor dem Ironman Lanzarote auf heimischen Boden sind bald genauso Geschichte, wie es auch meine Kurswoche beim Trainerkurs in Schielleiten seit heute ist. Als fast fertiger Sportwissenschafter lernt man inhaltlich zwar nicht sehr viel neues, aber sieht durch gute Vortragende neue Aspekte von bereits gelerntem und lernt auch vieles aus anderen Perspektiven zu sehen. Ende Juni geht's dann wieder weiter. Die letzten drei Tage wurde es in den Pausen kurz und knackig im Training, so wie es sich 10 Tage vor dem Hauptbewerb auch gehört. Dazu mehr in diesem Blog. Davor noch zwei andere Impressionen aus dem Training...

Ich habe punkto der Veröffentlichung einiger Daten aus meinem Wettkämpfen bzw. teilweise auch aus dem Training sehr viele positive Rückmeldungen bekommen, deswegen werde ich das weiter und eine kleine Stufe genauer tun, insofern als ich dem hier einen ersten eigenen Blog widme. So könnten Leistungswerte im Anschlussbereich im Langdistanz-Triathlon auf Basis guter, teilweise auch harter aber definitiv konsequenter und ehrlicher Arbeit aussehen:

Meine intensiven Einheiten von Mittwoch bis heute beinhalteten folgende Hauptteile:
  • MI: 1h im Schwellenbereich am Rad
  • FR: 6x200m (1:30min Pause) und 4x1km (3min Pause) über der Schwelle Laufen
  • SA: 3x5min (4min Pause) über der Schwelle am Rad
Im Schwellenbereich am Rad dahin brausen und etwas mit ihr spielen... Wie ich es liebe! 15 oder 20 Minuten Intervalle im Schwellenbereich gehören wohl zu meinen absoluten Liebelingseinheiten. Für den Leihen, der mit Ausdauersport nicht so viel zu tun hat, könnte man ganz simpel (wirklichwirklich einfach ausgedrückt) sagen, dass die Schwelle der Bereich ist, ab wo's beginnt weh zu tun. Wer eine kleine Energiebereitstellungseinschulung will und genaueres darüber erfahren will, sollte googlen, damit ich hier nicht ausschweife ;-) Da ich nie mit Herzfrequenzgurt trainiere beim Laufen ganz einfach durch eine Mischung aus G'fühl und Tempo gesteuert und beim Radeln durch eine Mischung aus G'fühl und Wattwerte. Als Hochleistungssportler (und da wird mir wohl jeder recht geben), dessen Körper sein Arbeitsinstrument ist, weiß man an einem normalen Arbeitstag ganz genau wann man darunter und wann darüber ist. Nicht zu normalen Arbeitstagen zähle ich hierbei Wettkämpfe... Die Endorphine lassen da wohl oft übers Ziel hinausschießen hahaha ;-)

Aber zurück zur Einheit:
Nicht ganz 2 Stunden mit über 37km/h Schnitt... da muss was faul gewesen sein zwischendurch, wenn man bedenkt, dass das mit ein- und ausradeln ist... Genau, die erwähnte flotte Stunde.
300W und über 42km/h im Schnitt zeigte mein Radcomputer an. Bei 71kg sind das 4,23W/kg, die schon über der Schwelle liegen. Ich habe in Erinnerung, dass ich genau diesen Schnitt bei den 88km der Halbdistanz am Trumersee gefahren bin.
Das ganze war progressiv, etwas spielen mit der Schwelle halt.
1. 20min -> 285W
2. 20min -> 298W
3. 20min -> 313W


Dann hab ich die Laufeinheit angesprochen. Auf der Bahn wäre mir zu fad gewesen, also bin ich Wettkampfspezifisch flach schnell vom Kurs zum Stubenbergsee rüber. Zu den 200ern kann ma nit viel sagen... schnell halt, nicht ganz standardisiert ;-) laut Garmin immer so zwischen 2:30-2:50 km-Schnitt. Dann hab ich mir vorgenommen die 1000er auf dem nassen, etwas rutschigem Asphalt progressiv zu laufen, was gut gelungen ist. 3:27 / 3:23 / 3:16 / 3:07

Und noch die letzte kurze ganz schnelle Einheit. Grauslich wars, aber auch ganz gut. Und so richtig typisch anfangende Anspannung vor dem Bewerb (das ist bei allen gleich, ob AgeGrouper, ob Profi) habe ich direkt davor meinen Sattel höher gestellt.... im Nachhinein gesehen super Idee :-) Hier die Daten mit Watt, Durchschnittsgeschwindigkeit und der Vollständigkeit halber sind bestimmt auch die Höhenmeter beim Zustandekommen der Werte nicht uninteressant.
370W (5,2W/kg) bei 48km/h (20hm bergauf / 50hm bergab)
388W (5,5W/kg) bei 30km/h (85hm bergauf /  0hm bergab)
374W (5,3W/kg) bei 47km/h (10hm bergauf / 50hm bergab)

Die Form passt laut Analyse also mal sehr gut. Rennen sind aber bekanntlich immer eine ganz andere Geschichte. Nachdem die Vorbereitung nicht immer optimal war, stecke ich mir keine wirklichen Ziele. Wenn ich am Samstag verletzungsfrei und gesund an der Startlinie stehe und genauso verletzungsfrei (wahrscheinlich mit den einen oder anderen Schmerzen ;-)) und gesund (wahrscheinlich mit der einen oder anderen Halluzination ;-)) die Ziellinie überquere , bin ich mehr als nur Happy. Und wenn das alles mit einem konstant guten sowie fehlerfreien Rennen zusammenfällt, dann weiß ich, dass ein gutes Ergebnis dabei herausschauen wird. Aber das ist ein langer weg... ein genauer gesagt 226km langer Weg :-)