Donnerstag, 1. Oktober 2015

Vorläufiges Saisonende 2015


Nun ist sie also vorbei, die Saison 2015. Und ich sitze hier und denke nach worüber ich resümier. Oder ob ich einfach ein Gedicht schreib. Auf Zweiteres hätte ich fast mehr, denn ich habe das Jahr mit all seinen Höhen und Tiefen schon aufgearbeitet und bin schon voller Tatendrang was das nächste betrifft.

Aber Moment einmal! Da ist doch noch ein Rennen heuer: Gloria Ironman 70.3 Türkei… ?!

Also zur Einleitung meines Überblicks kurz zur Aufklärung: Der Ofen ist und war einfach aus. Ein Bluttest aus Mitte August legte bei der Besprechung im September auch ganz klar da woran es lag: Der Eisenspiegel war und ist auch noch am Boden. Mit ihm und zudem waren einige weitere Werte (Hämaglobin, Erythrozyten, Leukozyten, Mineralstoffe,…) auch noch sehr grenzwertig… und damit extrem tief zur weiteren Ausübung von Leistungssport auf hohem Niveau. Ich durfte und konnte weiter trainieren und tat dies auch. In einer letzten Belastungswoche bevor ich die Saison dann Ende September beendete, hörte ich genau auf meinen Körper und musste feststellen, dass unter 9, 10 Stunden Schlaf gar nicht betriebsfähig war, ich kaum aus dem Bett kam und selbst dann ein kurzes Schläfchen zwischen Einheiten hermusste. Klarer können die Zeichen nicht auf ein Saisonende hinweisen.

So traurig ich bin, dass ich den Gloria Ironman 70.3 Türkei nicht mehr im Vollbesitz meiner Kräfte starten werde, so froh bin ich aber auch, dass die Werte nicht passen! Warum? Ich war in den letzten Rennen - eigentlich schon in der ganzen Saison - nicht dort wo ich sein wollte! Es gibt im Nachhinein gesehen kein Rennen 2015 mit dem ich vollends zufrieden bin und welches nicht hätte besser laufen können – gut das wird es kaum geben, aber heuer war ich sehr oft nicht mal nah dran. Aber gleich von vorn, zuerst noch zurück zum ausstehenden Rennen:

Eine Reise zu den Gloria Hotels und zum Gloria Sports Resort steht heuer noch mit Bentours Reisen und Primo PR an! Genau zur Zeit des Ironman 70.3 Türkei. Einen Start lass ich mir nicht nehmen, wenn es auch nur beim Start bleiben wird, so viel gleich vorweg – die Zielline will ich nicht sehen, aber ihr werdet dafür einiges sehen, das ich – wenn es mir genehmigt wird – mit einer Kamera am Start stehe und euch Impressionen von der Schwimm- und Radstrecke liefern werde. Zu sehen gibt’s wie ich euch schon vor längerem Angekündigt habe ohnehin sehr viel! Mittels Video Blog werde ich euch die von der Ferne mal gigantisch wirkende Anlage samt 400m Tartanbahn, 50m sowie 25m In- und Outdoorpools direkt am Meer vorstellen. Ich hoffe ihr freut euch auch schon so sehr auf die Bilder wie ich.

Aber zurück zum Vergangenen: Irgendwie hat die Saison auch schon einen Hoch-Tief-Einstand genommen, da konnte es nur so weitergehen:

Stürze und Weisheitszahnoperationen:

Zwei geplante Weisheitszahnoperationen im November und Dezember habe ich beide sehr gut überstanden und super wieder in umfangreiches Training zurückgefunden. Zur gleichen Zeit hatte ich auch meinen ersten Sturz mit dem Rad, verursacht durch ein Auto, das den Vorrang missachtete und mich verräumte. Aber auch das war mit zwei Prellungen gleich überstanden und es ging auf die Philippinen.

2 Monate Trainingslager Philippinen:

Nachdem ich mich super in die Tri-Community einfinden konnte, gestaltete sich das Training an einem Ort, der aus der Entfernung (und auch im Nachhinein) betrachtet vielleicht nicht so ideal zum Trainieren ist, sehr gut. Guter aerober Umfang und erste schnellere Einheiten waren top. Dann schlug ich in einer Abfahrt einen Salto über einen Stein und vorbei war’s. Prellungen und Wunden am ganzen Körper, aber wahrscheinlich nichts gebrochen. Pause und danach erstmal nur Training am Ergometer… bei Sonnenschein und 35 Grad am Pool. Aber auch das ging vorüber und ich konnte bis zu einer kurzen Lebensmittelvergiftung, die mir zwei Tage raubte wieder super trainieren. Danach ging’s Richtung Challenge Philippines, meinem ersten Halbdistanzrennen des Jahres – aber nur fast… in der Rennwoche siegten die Klimaanlagen und wohl auch die Anspannung über mich und ich wurde krank und durfte mit Fieber vom Balkon aus den Start beobachten. Nachdem ich mich erholt hatte und glaubte wieder fit zu sein ging’s gleich wieder gut ins Training für den zwei Wochen darauffolgenden Ironman 70.3 Philippines. Und da passierte es wieder in der Rennwoche: Wohl nicht zu 100% fit hatte ich einen Hitzschlag mit allem Drum und Dran und der Körper war im wahrsten Sinne des Wortes leerer als leer. Mit Cola, Chips und Kuchen wurde ich dann irgendwie doch noch so halbwegs ready fürs Rennen, welches zwar nicht so schnell aber bei sauharten und heißen Bedingungen sehr konstant zur Sensation führte: Rang 8 und damit einer ersten Top10 Platzierung bei einem Ironman Rennen!

Ich schreibe schon ewig und bin erst im März ;-) Aber ich muss mir selbst noch mal was auf der Zunge zergehen lassen, nachdem ich in dem Monat dann bei einer der ersten Trainingseinheiten daheim wieder gestürzt bin, diesmal holte mich ein Hund filmreif vom Rad, stand ich also bei:

Drei Stürzen, Zwei Weisheitszahnoperationen, einem Hitzschlag, einer Lebensmittelvergiftung, einer Verkühlung und letztendlich einen Top10 Platz bei einem Ironman-Rennen – bist du! Fast Hollywoodreif, wie bei Rennberichten von Triathleten über die ich mich sonst bei Gesprächen mit Trainingspartnern gerne Mal lustig mache. (punkto: es geht immer bergauf, ich bin der einzige der immer Gegenwind hat, der Wellengang war Haushoch,…)

1 Monat Trainingslager Mallorca:

Es scheint fast so als könne ich mich nur mehr an negative Sachen erinnern. Wenn ich an die Zeit vor und auf Malle denke, denke ich wieder an einen überlasteten Hüftbeuger, der mir ein paar Trainingseinheiten kostete, jedoch war das Trainingslager ansich super und ich konnte, wenn auch nur locker, sehr umfangreich trainieren.

Darauf folgten ein 4. und ein 3. Platz bei zwei Sprinttriathlons (in Großsteinbach und Ternitz) bevor es dann mit wohl eher wenig hartem Training zum Ironman Lanzarote ging.

Was das für eine energetische Entleerung war, darüber habe ich wohl lang und breit berichtet, jedoch konnte ich, nachdem ich in den Top20 liegend den Einbruch hatte, noch finishen, was mir zu dem Zeitpunkt sicher gut tat im Kopf.

Im Nachhinein gesehen befürchte ich aber das mit diesen beiden Rennen, nämlich dem Ironman 70.3 Philippines auf den leeren Magen und Körper eines Hitzschags und dem Ironman Lanzarote mit einem Marathon auf einen energetisch entleertem Körper, die Saison wohl schon Geschichte war. Das verwegene Ziel noch die Langdistanz Staatsmeisterschaft beim Austria Triathlon oder den Ironman Wales im September zu machen, war meist in weiterer Ferne, als dass ich dachte „es wäre super wenns schon morgen wär“, wie es sonst oft der Fall ist bei mir.

Kleinerer Wehwechen, durchwachsenes Training und viele Rennen quer durch Österreich begleiteten mich den Sommer über.

Auf das will ich gar nicht genauer und detaillierter Eingehen… Es waren einige Podestplatzierungen dabei und die Resultate schauen auch sehr gut aus. Aber ich weiß es geht besser, viel besser.

Aus einer anderen Hinsicht, nämlich der Organisatorischen, hat sich heuer sehr viel Positives getan. Nach wie vor bin ich mein eigener Manager und ich tue das unheimlich gerne. Mein Newsletter ist schon mehr als ein Jahr alt und erfreut sich immer mehr Leser und meine neue Facebook-Fanseite hat mittlerweile über 2000 Gefällt-mir-Angaben. Viel gelerntes hab ich den Philippinen zu verdanken. Dort konnte ich so viele Leute kennenlernen und ich konnte auch von ihnen lernen. Bei beiden Rennen war ich zu den Pressekonferenzen geladen und ich durfte mich wie ein Star fühlen, der eigentlich gleich behandelt wurde wie die mehrfachen Weltmeister Craig Alexander und Chris McCormack sowie zahlreiche andere gestandene Profis, die ich kennenlernen konnte. Auch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt werden, dass es wann immer es geht am schönsten ist in Österreich zu trainieren verbuche ich als positiv (das Habe ich zwar schon nach Hawaii gesagt, aber nun nehm ichs mir zu Herzen) … jeder Auslandsaufenthalt, vor allem an exotischen Ort, bringt natürlich oft unvorhersehbare Hürden mit sich.

So kann ich jetzt schon mal vorwegschicken, dass nächstes Jahr eine Österreichsaison folgen wird. Ich möchte versuchen die eine oder andere Staatsmeisterschaft genauso in den Vorbereitungen auf meinen Hauptbewerb, den Ironman Austria, mitzunehmen, wie die eine oder andere Landesmeisterschaft. Am 26. Juni, nach dem Ironman Austria kann man dann mal weiterschauen, sehr gerne würde ich dann auch noch die Langdistanz Staatsmeisterschaft in Podersdorf machen (edit 23.10.: Die Langdistanzstaatsmeisterschaften wurden nach Klagenfurt zum Ironman vergeben). Ein Trainingslager im Ausland im österreichischen Winter lässt sich trotzdem nicht vermeiden. Momentan scheint einige Zeit in Arizona sehr konkret zu sein.

Aber zu viel will ich noch gar nicht nach vorne blicken in diesem Blog, er ist ohnehin schon viel zu lang. Demnächst gibt’s dann einen in dem ich versuche etwas aufzuzeigen, was ich ändern will bzw. woran ich arbeiten muss, um den Weg wieder weiter nach oben fortzusetzen.

 

Jetzt muss ich erstmal schauen, ob ich es auch für das Jahr 2016 schaffe, mir eine Saison als Profi zu finanzieren. Der Septembernewsletter ist ja schon flach gefallen weil ich wieder etwas arbeiten gehen musste und die Unibank drücke.

Vor alle dem dürft ihr euch aber noch auf die angesprochene Berichterstattung aus Belek freuen.

Bis bald!