Mittwoch, 9. März 2016

Ein Lebenszeichen aus dem Wilden Westen

http://www.christophschlagbauer.com/2016/03/ein-lebenszeichen-aus-dem-wilden-westen.html
Wieder ist etwas an Zeit Seit dem letzten Blog verstrichen und in den nun schon 5 Wochen hier in Arizona hat sich auch einiges getan, die Frage ist dabei immer nur was davon berichtenswert ist und was nicht haha. Wie ihr mich kennt, könnte ich damit natürlich Bücher füllen, wenn man sich nun aber Mal ganz ehrlich ist, hat sich mein Leben hier neben einem Sieg bei einem Duathlon auf Trainieren, Essen, Schlafen und nebenbei versuchen etwas zu arbeiten beziehungsweise studieren beschränkt. Der Wille zählt fürs Werk und wie mein Arzt bzw. Yoga-Lehrer Gernot Träger aus dem City Yoga zu sagen pflegt: "Nur der ehrliche Versuch zählt" ;-)

Wie auch schon beim letzten Bericht werde ich versuchen mehr einen optischen Eindruck von hier zu vermitteln als zu runterzulabern bei welcher Trainingseinheit der Wind einmal stärker von Norden kam oder welcher Berg mir aufgrund der unzähligen Trainingskilometer steiler vorkommt, als er normalerweise ist. ;-) (Foto darüber ist wieder vom Phoenix South Mountain)

Start der Pro-Wave beim Dessert Classic Duathlon

Zwischensprint vor T1 um allein aufs Rad zu kommen
Darum auch nur kurz zum Dessert Classic Duathlon, der hier doch als recht angesehener Duathlon gilt, zählt nicht auch schon Jordan Rapp zu Füllern der Siegerliste. Das war jedoch noch die Zeit als der Duathlon noch ein Qualifierer für die US-Championships war. Das es nicht mehr das ist, was es mal war, sah man dann auch bei der Organisation, spätestens als ich mich beim Radfahren auf einer Schotterstraße wieder fand, wusste ich nämlich ich hatte mich verfahren, weil der Streckenposten an der Kreuzung (übrigens ein Poizist), wie ich beim Zurückfahren gesehen habe, im
Noch auf der richtigen 40km Strecke
Auto schlief. Lange Rede kurzer Sinn, die Organisation war "interessant", das Starterfeld interessant! Es gab sogar eine eigene sogenannte Elite/Pro-Wave mit 9 Herren und 2 oder 3 Damen. Und dementsprechend ging es auch beim ersten Lauf schon zur Sache .... Übers Rennen will ich gar nicht so viel schreiben, da ich mich nach 1km beim Laufen an die Spitze gesetzt habe und dann als erster über die Zielline laufen konnte - der Druck von hinten war vor allem beim ersten Lauf da, wo wir in einer 3er-Gruppe enteilt waren. Am Rad war ich dann Mal weg bis ich mich wie erwähnt verfahren habe nach etwa 25km. Ich konnte jedoch etwa 10sec. meiner Führung behaupten (laut GPS etwa 1:30 umweg) und in Führung bleiben bis ins Ziel. Dahinter liefen Jesse
Allein am Ende im Gelände
Vondracek, der schon Top10 ProResults bei Ironman und Challenge Rennen stehn hat (Anm: Lake Placid, Louisville, Denmark) und Simon Holzapfel, dessen Personalbests mir wieder Hoffnung auf (sehr) schnelle Laufbeine in dieser Saison geben.










Da schon jetzt mehr Text im Blog steht, als ich es vorhatte, mal ein paar Fotos, bevor dann einige zahlen aus dem Training kommen :-)

Bei dem ganzen Duathlon gequatsche: Schwimmen tu ich natürlich auch ;-) leider nur selten im Freien wie hier, weil das Wasser nicht beheizt ist und die Nächte recht frisch
Auch im Freiwasser gehts zur Sache, wenn auch etwas Zaghaft ob der wohl nicht viel höheren Temperaturen als 15 oder 16 Grad brrr (Lake Bartlett)
Da ist das aufwärmen im Begleitboot zwischendurch bei 30 Grad heraußen schon angenehmer :-)
Wenn wir schon beim blödeln zwischendurch sind: Ich kann mich nicht so recht entscheiden ob diese Rollenwendenmomentaufnahme nicht doch mehr unelegant als elegant ausschaut. :-)
Nach dem Schwimmen tun wir Radfahren, klar. Epic Pic vom Phoenix South Mountain
Auf dem Beeline Highway Richtung Payson und Sunflower beginnt schon alles zu blühen. Erstmal die Desert Wildflowers und dann im April die Kateen. Ich hoffe das erwisch ich noch bevors heimgeht.
So richtig ausgehen tun einen am South Mountain die Fotoperspektiven nicht. Kaum wo hier ist so wenig Verkehr obwohls superschön ist.
Auch nicht viel Verkehr war hier. Aber das Talent besitze auch nur ich im Land der 7 Spurigen Straßen auf einen Schotterweg zu kommen. :-)
Da passierts leider schon eher, dass man mal auf so einen Gaga-Highway muss

Womit ich jetzt nicht behaupten will, dass nicht auf 2-3spurigen Highway (pro Richtung) wenig Verkehr und tolle Landschaften zu finden sind
Trotzdem suche (und finde) ich aber auch immer die Abwege, die sonst keiner tut... hier schauts eher nach Walking Dead aus. Kann sein, dass ich davor auch über eine Straßensperre bin ;-) (Sycamore Creek)
Upps, das ist auf der anderen Seite nicht gestanden. ;-)
Der Beweis dafür kommt hier, haha. Ich gebe zu, dass ich mir bei Google Maps das ganze schon angeschaut hatte, ob man da vorbeikommt, und wusste: Jetzt muss ich die Kamera einschalten. ;-)


Ist euch bestimmt schon aufgefallen, dass es auf einmal ziemlich grün ist und keine Kakteen mehr gibt. In den fast 100km dies da hinaufgeht kommt man auch schon auf eine stattliche Höhe von über 1300m. Heim nahm ich dann den Shortcut über den Highway hinunter und der erste 180km Ride der Saison war perfekt
Beim Rauffahren schauts noch nach Wüste aus

Oben wars dann grün - schaut schon fast aus wie in Vermont und nich wie in Arizona da haha
Zum Thema grün. Ich habe mich in die Amerikanische Vorortidylle verliebt. Einfach nur hier umherzulaufen ist der Traum



Oder am Ruhetag einen lockeren Spin mit Zwischenstopp in einer der Wohnanlagen mit Teich zu machen



Aber hauptsächlich Nutz ich diese künstlich angelegten und nieendenden Paradiese zum Laufen



So haben wir nun alle Sportarten durch gespielt. Dann gibt's hier für die intressierten auch noch ein wenig Statistik: In den 5 Wochen hier in Arizona habe ich gesamt 131 Stunden 11 Minuten (etwas über 26h/Woche) in verschiedenen Bereichen (natürlich fast nur im unteren Grundlagenbereich, aber auch GA2 mit bzw. und Kraftausdauer nehmen einen guten Bestandteil ein, klar). Am meisten Zeit habe ich - wie könnte es für einen Langdistanzler auch anders sein, am Rad verbracht. In fast 84 Stunden haben meine Haxerl nette 2330 km mit für mich ungewöhnlich wenigen 14000 Höhenmetern abgespult. Wenn ich schon bei den Haxerl bin: Diese durften auch schon über 260 km in etwas über 21 Gesamtstunden laufen, sowie (vor allem) die Handerl 46 km und 17 Stunden schwimmen durften. Ergänzen konnte ich das Ganze mit etwa 10 Stunden Alternativtraining (Körperstabilisation, Dehnen, Blackroll und so zeugswerch)

Zum Abschluss gibt's noch etwas Behind the Scenes. Ich trainiere hier ja meistens allein, weil hier "alle spinnen". Haha... Aus dem Sommer, wo es heiß ist, sind die Leute hier gewohnt um 5 in der Früh aufs Rad zu steigen. Da regeneriere ich aber noch locker flockig 3, 4 Stunden mit geschlossenen Augen vor mich hin. Auch wenn ich schon um 6 schwimmen war, bringt mich vor 10 oder 11 nicht so viel aufs Rad haha. Drum allein. Ich hab wieder in eine Gopro investiert, wie ihr vielleicht schon bemerkt hab. Die kann ich ohne Aufwand und Zeitverlust klass neben der Streße hinstellen, vorbeifahren und dann wieder einstecken, um euch zu was liefern zu können :-) Manchmal liefere ich dann aber auch solche Aktionen:

Wenns mal komplizierter sein soll. Mit Radschuhen auf Felsen klettern ;-)
Und ganz zu Schlusserletzt hoffe ich noch, dass es so toll weitergeht wie bis jetzt. Ich habe zwar grade etwas Probleme mit der Oberschenkelmuskulatur, die mir einige Radkilometer die letzten Tage gekostet haben, aber hoffentlich mit der gestrigen Massage und dem heutigen Ruhetag dahin sein sollten. Auch von wilden Tieren wurde ich verschont (anders als in Hawaii falls ihr euch noch erinnert - zum Blog "Last Preparations in Paradies") Das einzige was ich jetzt gesehen habe, waren solche Klapperschlangen wie in folgendem Bild:


So zwischenfallarm soll es auch bleiben, dann steht einer guten Saison nichts im Wege. Wenn man bedenkt hab ich ja auch schon 2 Siege auf der Habenseite (Sowie einen Sieg und einen 2. Platz aus dem Winter). Was hatte ich voriges Jahr um diese Zeit vollbracht? 2 Weisheitszahnoperationen und 2 Stürze mit Verletzungen. (Und einen hart erkämpften 8. Platz bei einem Ironman70.3 Rennen, der mir wahrscheinlich de Saison mitzerstört hat haha)

Man hört heraus.. hab grad voll die Freude damit wies - zumindest sportlich so läuft - aus Organisatorischer Sicht warten noch einige Hürden bis zum Ironman Austria leider... aber so ist das Leben eines Semi-Profis, der Lotto Jackpot wärs halt haha.

Bis bald. Freu mich!